Wissen · Bewerbung · René Winkler
Pflichtangaben im Lebenslauf umfassen jene essenziellen Informationen wie Name und Kontaktdaten, die für eine erfolgreiche Bewerbung unerlässlich sind, auch wenn gesetzlich nur wenige explizit vorgeschrieben sind.
← Zurück zum Wissen„Was muss eigentlich alles in den Lebenslauf?" Diese Frage stellt sich fast jeder, und die meisten Antworten machen die Sache komplizierter, als sie ist. Die ehrliche Version ist überraschend kurz: Pflicht ist im Lebenslauf fast nichts. Und genau diese Wahrheit hilft dir mehr als jede Checkliste.
Viele Bewerbungsratgeber reichen dir eine Liste mit „Pflichtfeldern", als wäre das Ausfüllen von Feldern schon die halbe Bewerbung. Das ist bequem, verwechselt aber Vollständigkeit mit Wirkung. Hier ist die klare Trennung, ohne Ausweichen.
Persönliche Daten im Lebenslauf sind Informationen über die Person des Bewerbers. Dazu gehören obligatorische Angaben wie Name und Kontaktdaten, die für die Kommunikation und Identifikation notwendig sind. Darüber hinaus gibt es freiwillige Angaben wie Geburtsdatum, Familienstand oder Staatsangehörigkeit, deren Nennung durch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) optional ist, um Diskriminierung vorzubeugen.
Es gibt in Deutschland kein Gesetz, das den Inhalt eines Lebenslaufs vorschreibt. Ein Lebenslauf ist ein freiwilliges Dokument. Das Einzige, was er zwingend enthalten muss, ergibt sich aus seinem Zweck: Ein Unternehmen muss wissen, wer du bist und wie es dich erreicht. Damit bleiben als echte Pflichtangaben nur zwei Dinge übrig.
Das ist alles, was im strengen Sinn „muss". Jede weitere Angabe, so üblich sie auch sein mag, ist eine Entscheidung, keine Vorschrift.
Hier liegt der Denkfehler, der die meisten in die Irre führt: Sie halten für Pflicht, was einfach nur Gewohnheit ist. Geburtsdatum, Geburtsort, Familienstand, Staatsangehörigkeit, ein Foto oben rechts. Das steht in vielen Lebensläufen, weil es dort schon immer stand, nicht weil es sein muss.
Seit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) von 2006 sind genau die Angaben, an denen sich Benachteiligung festmachen könnte, ausdrücklich freiwillig. Alter, Geschlecht, Herkunft, Religion, Familiensituation, das sind geschützte Merkmale. Niemand darf dich deswegen benachteiligen, und deshalb musst du sie auch nicht offenlegen. Die Bewerbungspraxis hinkt dieser Rechtslage nur hinterher.
Diese Angaben tauchen ständig auf, sind aber allesamt Kür, nicht Pflicht:
Nicht die Zahl der Felder macht deinen Lebenslauf stark, sondern die Klarheit dessen, was drinsteht. — René Winkler · Reverse Recruiting Revolution™
Wie liest ein System deinen Lebenslauf, bevor ein Mensch ihn sieht?
In 60 Sekunden herausfinden – kostenlos, kein Call.
Wenn du persönliche Daten angibst, dann in einer klaren Ordnung. Name und Kontaktdaten stehen ganz oben, gut lesbar im Kopfbereich des Dokuments. Optionale Angaben, für die du dich bewusst entscheidest, folgen darunter im selben Block.
Ein technischer Punkt, den viele übersehen: Pack deine Kontaktdaten nicht in die Kopf- oder Fußzeile der Datei. Viele Bewerbermanagementsysteme lesen genau diese Bereiche schlecht oder gar nicht aus, sodass Telefonnummer und E-Mail im schlimmsten Fall verloren gehen. Die wichtigsten Pflichtangaben landen dann im Nichts.
Bevor ein Mensch deinen Lebenslauf sieht, liest ihn ein Bewerbermanagementsystem. Es erfasst Begriffe, Zeiträume und Strukturen. Ob dein Familienstand drinsteht, interessiert die Maschine nicht. Was sie interessiert, ist, ob deine Erfahrung zur Zielrolle passt und ob die richtigen Begriffe an der richtigen Stelle stehen.
Deshalb ist die Energie, die viele in die Frage „welches Feld noch?" stecken, oft falsch investiert. Der eigentliche Filter entscheidet sich an der Substanz, nicht an der Vollständigkeit der Stammdaten. Wie so ein System liest und aussortiert, erklärt der Beitrag zu Bewerbermanagementsystemen (ATS).
Hör auf, den Lebenslauf als Formular zu behandeln, das man vollständig ausfüllt. Die einzige echte Pflicht sind Name und Kontakt. Bei allem anderen entscheidest du nach Strategie: Was stützt deine Positionierung, und was öffnet nur Türen für Annahmen, die dir nicht helfen?
Der Hebel liegt nicht in einem weiteren Datenfeld, sondern in einem Lebenslauf, der deine Erfahrung als Vorsprung zeigt und den sowohl die Maschine als auch der Mensch klar lesen können. Wie das mit vielen Jahren Berufserfahrung konkret aussieht, liest du im Beitrag Lebenslauf nach 40.
Erfahrung ist da. Aber wird sie auch gesehen?
Kein Tool. Kein Assistent. Persönlich geprüft.